DSGVO-konform Leads generieren – so geht´s

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Das Schöne an Inbound Marketing ist, dass man die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden nicht einfordern muss. Du kreierst tollen Content, der gefunden wird und Interessenten anzieht. Tadaa! Du hast die Aufmerksamkeit, die du brauchst.

Noch besser ist es natürlich, wenn Interessenten sich in deine Mailing-Liste eintragen und zu Leads werden.

Lead Magneten und DSGVO

Dafür war es bis zur 2018 in Kraft getretenen Dateschutzgrundverordnung (DSGVO) üblich, kostenlosen Content als Lead Magneten anzubieten. Im Gegenzug sollten Besucher ihre E-Mail-Adresse eintragen und so zu Leads werden. In gewisser Weise erkaufte man sich die Möglichkeit, seinen Kunden zu kontaktieren, indem man ihm ein Freebie als Produkt anbot, das der Kunde mit seiner E-Mail-Adresse bezahlte.

Seit der DSGVO ist eine solche Vorgehensweise problematisch, Stichwort Kopplungsverbot: Du darfst deinem Kunden nicht sagen, dass er die kostenlosen Inhalte nur dann bekommt, wenn er einwilligt, in Zukunft Werbung von dir zu erhalten (und dein Newsletter IST Werbung). Dein Freebie und die Einwilligung des Kunden dürfen nicht gekoppelt sein.

Belohne und du wirst belohnt

Am besten du siehst dein E-Book, oder was auch immer du als Lead Magneten nutzt, nicht als Produkt, das du für Adressen verkaufst, sondern als Geschenk an dein Publikum. Du bedankst dich damit für die Aufmerksamkeit und das Interesse an deinem Unternehmen. Denn dass du unter tausend anderen gefunden und wahrgenommen wurdest, ist Grund genug, um sich dankbar zu zeigen.

Wenn deine Inhalte voller neuer spannender Geschichten, ungewöhnlicher Meinungen und wertvoller Tipps sind, dann werden deine Besucher ebenfalls dankbar sein und ihre E-Mail-Adresse von sich aus anbieten, um deinen Newsletter und die neuesten Inhalte so schnell wie möglich in ihrer Inbox zu haben. Dein Lead Magnet sollte bestenfalls nicht das eine E-Book sein, sondern der Newsletter an sich sowie dein gesamter Webauftritt inklusive Webseite, Blog und Social Media.

DSGVO-konform Leads generieren – die Strategien

Es gibt viele Strategien, wie du Leads generieren kannst und dabei DSGVO-konform bleibst.

Möglichkeit 1: Mache Lust auf mehr

Wenn du Freebies als Lead Magneten benutzen möchtest, solltest du Folgendes beachten: Benutze die E-Mail-Adresse, die der Kunde für den Versand des Freebies eingibt, wirklich nur dieses eine Mal für den Versand dieses einen Freebies. Gib dem Kunden neben dem Eingabefeld für die E-Mail-Adresse deutlich zu verstehen, dass die Eingabe der E-Mail-Adresse ausschließlich für die Zustellung dieses einen Contents genutzt wird.

Verwende auf alle Fälle das Double-Opt-in, auch wenn es nur einmalig für die Zustellung des kostenlosen Inhalts genutzt wird.
Gehe folgendermaßen vor: Der Interessent trägt seine E-Mail-Adresse ein, um das Freebie zu erhalten. Er bekommt von dir eine automatische E-Mail, in der er per Klick auf einen Link bestätigen muss, dass er sich für den Erhalt des Freebies mit seiner E-Mail-Adresse eingetragen hat. Erst nach dieser Bestätigung schickst du ihm den Inhalt – nur das eine Mal und nur für den Versand dieses bestimmten Contents.

Möglichkeit 2: Freebie + separate Newsletter-Anmeldung

Natürlich ist das Ziel die dauerhafte Eintragung in deine Mailing-Liste.
Die Lösung: Biete dem Interessenten zusammen mit dem Freebie doch gleich deinen Newsletter an, indem du in das Anmeldeformular für das Freebie eine nicht vorausgewählte Checkbox für den Erhalt des Newsletters mit aufnimmst. Wenn der Kunde Interesse hat, wird er die Checkbox anklicken und per Double-Opt-in nicht nur in den Erhalt des Freebies einwilligen, sondern auch in den Erhalt des Newsletters.

Wichtig: Sei transparent und mache deutlich, wie und wofür du die persönlichen Daten konkret nutzt und biete immer eine Möglichkeit an, die Einwilligung zu widerrufen, d. h. sich vom Erhalt der E-Mails abzumelden.

Möglichkeit 3: Mache den Newsletter zum Star

Eine weitere smarte Strategie, die du für die Leadgenerierung einsetzen kannst: Bewirb doch gleich das eigentliche Produkt – nämlich den Newsletter – und beschreibe ganz transparent, dass du die E-Mail-Adresse brauchst, um deinen großartigen Newsletter mit vielen spannenden Inhalten zu versenden. Mache den Newsletter als solches schmackhaft. Das Freebie wäre dann ein Willkommens-Geschenk für deine Abonnenten. Ein solches Vorgehen ist unproblematisch, weil du dabei transparent informierst und ganz klar sagst, wofür du die E-Mail-Adresse verwenden möchtest.

Anmeldeformular und DSGVO – das solltest du beachten

Ein sauber aufgesetztes Newsletter-Anmeldeformular spielt bei allen Szenarien eine entscheidende Rolle, um möglichst DSGVO-konform zu bleiben. Das solltest du beachten:

  • Double-Opt-in
  • Kopplungsverbot
  • Datensparsamkeit
    (nur notwendige Daten für den Versand des Newsletters abfragen, also am besten nur die E-Mail-Adresse)
  • Link auf deine Datenschutzerklärung, die weitere Hinweise enthält
  • Hinweis auf Widerspruchsrecht bei der Anmeldung, am besten inkl. Checkbox für die Einwilligung
  • Abmeldelink in jeder Mail

Fazit

Statt dir die wertvollen Leads durch einen Lead Magneten zu erkaufen, machst du einfach deinen Newsletter zum Star und nutzt die einzelnen Lead Magneten wie E-Books, Checklisten, Vorlagen, Whitepaper usw. als Leckerbissen, die Lust auf mehr machen.

Zusätzlich zeigst du mit diesen kostenlosen Inhalten deine Expertise, gewinnst Vertrauen und beweist, dass es sich wirklich lohnt, in deinen Mail-Verteiler zu kommen – für Spitzen-Content, der regelmäßig frei Haus geliefert wird.


Disclaimer: Dieser Beitrag stellt ausdrücklich keine Rechtsberatung dar.

Denis Lehmann

Denis Lehmann

... ist Medien-Allrounder und erkundet begeistert die unterschiedlichsten Techniken und Tools rund ums Marketing. Hier schreibt er über Inbound Marketing, Social Media und aktuelle Trends.